Der Norden

Voller Stolz präsentiere ich euch nun, einen Monat nach meiner Rückkehr, endlich den Nordenbeitrag. Es hat mich doch einige Versuche und einen Besuch im Café Anton gekostet, aber jetzt ist er endlich fertig. Ihr dürftet mittlerweile wissen, dass ich mich mit dem Bilderaussortieren schwer tue, daher viel Spaß mit der kommenden Bilderflut:

Mitte Mai kamen Sophie, Jannis und ich mit dem Intercape wieder in Windhoek an. Dort trafen wir Kilian, mit dem ich zusammen unser Mietauto abholte, während die anderen beiden die letzten Einkäufe tätigten und Geld wechselten. Nachmittags fuhren wir dann los zum ersten Campingplatz, der kurz vor Etosha lag. Mit guter Musik, Biltong und Vigo ließ sich die Fahrt gut aushalten. Abends haben wir noch lecker gebraait und dann die erste Nacht in unseren Dachzelten verbracht, die erstaunlich bequem waren.

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Unser Auto war ein Träumchen; voll ausgestattet, pannenfrei und sehr angenehm zu fahren.

Am nächsten Morgen fuhren wir (oder besser gesagt, fuhr ich!!, Kilian und ich haben uns abgewechselt) nach Etosha hinein. Schon am ersten Tag hatten wir viel Glück und sahen einige Tiere: (und unglaublich viele Vögel. Auf unserer Etoshakarte waren auch alle heimischen Vögel abgebildet und mehr als einmal kam ein panisches „Stoop!“ von der Rückbank, woraufhin ich dann für einen dämlichen Vogel anhalten durfte. „Da ist ein Stampfer!!“ )

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Am Wasserloch, unten im Vergleich zum Oktober:

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Der Springbock kämpfte ganze Zeit mit seinem Kopfschmuck. Als wir nach einer gefühlten Stunde an derselben Stelle vorbeifuhren, hatte er ihn aber immer noch auf 🙂

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Auf dem Gravelroad zu fahren, war zunächst gar nicht so einfach und meine Mitfahrer dürften sich das ein oder andere Mal in einem Schlaglöcher den Kopf angestoßen haben. Sorry..

Die Nacht verbrachten wir in Halali in Etosha. Nach Nudeln mit Oryx-Hack wanderten wir noch zum Wasserloch um dort angenehm überrascht zu werden: zwei Nashörner tranken dort und es kam sogar fast zu einem Kampf. Nachdem die beiden sich laut, ja, was eigentlich, geblökt? angeschrien? hatten, verzog sich eines der beiden ins Dickicht.

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Am nächsten Morgen kauften wir uns noch ein neues Permit und sahen uns auch noch den Norden Etoshas an. Da wir schon ziemlich früh losgefahren waren, sahen wir neben Gnus am ersten Wasserloch auch noch eine Hyäne. Wir waren uns einig, dass das Tier in echt genauso hässlich ist wie immer beschrieben.

P1050051P1050052P1050040Außerdem beobachteten wir bereits morgens an einem Wasserloch eine Löwenfamilie, deren Kinder miteinander balgten und später auch einen Löwen neben einem riesigen Stück Fleisch, über dem die Geier kreisten. Mittags sahen wir dann an einem anderen Wasserloch einen Elefanten, der jedoch bald wieder abzog. Dafür kamen nach und nach siebzehn Giraffen, die alle zum Trinken kamen. Eine Weile lang beobachteten wir belustigt, wie sie ihre Beine zusammen und auseinander falteten, dann bemerkte Kilian „Der Elefant kommt zurück“. Bevor ich richtig geschnallt hatte, was los war, lief der Elefant auch schon direkt vor unserem Auto her, uns trennte vielleicht ein Meter. Die Touris hinter uns haben zum Glück geistesgegenwärtig ein Foto geschossen, sodass wir jetzt sogar ein Beweisfoto haben. Nach diesem kleinen Schock sahen wir noch ein paar Gnus, einen Flamingo und wieder jede Menge Zebras und Springböcke.

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Abends fuhren wir dann nach Tsumeb. Der Campingplatz hatte einen schönen Pool und so sprangen wir nachts noch ins kühle Nass und wärmten uns danach am Feuer wieder auf. Den nächsten Morgen nutzte ich, um Tsumeb laufend zu erkunden. Die Stadt ist wirklich hübsch, mit vielen Grünanalagen und blühenden Pflanzen.

Unser nächster Stop sollte Divundu sein und uns eine lange Fahrzeit bescheren. Morgens hatten wir nochmal großes Glück und sahen vor uns zwei Geparden die Straße überqueren. Zwischenstop machten wir in Rundu, dass ich mir viel größer vorgestellt hatte. Ich fuhr bis in die Dunkelheit hinein, was bei den vielen Tieren (hauptsächlich Rinder und Esel) ziemlich anstrengend war und so fiel ich am Campingplatz angekommen auch direkt ins Zelt. Selbst die Geräusche der Nilpferde habe ich nur ganz am Rande mitbekommen.

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Viele Menschen im Norden Namibias leben von der Viehzucht. Dementsprechend viele Rinder laufen an (und auf) der Straße entlang.

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Am nächsten Morgen habe ich erstmal erkannt, wie hübsch unser Platz war, direkt am Flussufer. Da wir sehr früh aufbrachen hatten wir aber kaum Zeit, den Ausblick zu genießen. Grund für unseren frühen Aufbruch war die Überquerung der Grenzen von Botswana und Simbabwe, für die wir einen Zeitpuffer eingeplant hatten. Der war jedoch gar nicht nötig, und entgegen vieler Gerüchte und Reiseführerwarnung ging auch die Einreise nach Simbabwe problemlos und ohne Bestechung von statten. Gegen Abend kamen wir im Victoria Falls Rest Camp an und machten einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. Direkt neben dem Campingplatz gab es eine Bar, in der wir uns noch simbabwische Musik von einer Live-Band anhörten und den ‚König von Simbabwe‘ kennen lernten, der alle anwesenden Weißen anquatschte.

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Am nächsten Morgen war es dann endlich so weit und wir besuchten das Hauptziel unserer Reise; die Victoria Falls. Die Wasserfälle, die in Sambia und Simbabwe liegen, sind noch viel gigantischer, als ich sie mir vorgestellt hatte. Wassermassen stürzen in die Tiefe, Regenbögen tauchen überall dort auf, wo ein wenig Sonne scheint und konstanter Sprühnebel umhüllt die Besucher. An einigen Stellen wurde man klatschnass, da der Wasserfall so sehr „staubte“, dass man sich wie in prasselndem Regen fühlte. Als wir alle wieder getrocknet waren, machten wir uns auf den Weg zu einer Brücke, die den Grenzübergang zu Sambia darstellt. Sophie, Jannis und Kilian machten hier einen Bungeesprung, der spektakulär aussah. Abends war ich nach mit Jannis auf einem Craft Market, wie es sie hier überall an Touristenorten gibt.

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Sophie, ich, Kilian und Jannis

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P1050291Nach zwei Nächten war unser Aufenthalt in Simbabwe auch schon wieder vorbei und wir brachen in Richtung Botswana auf. Klüger als Google Maps entschieden wir uns gegen die 750 km und für die 400km lange Route. (So viel länger kann das doch nicht dauern!). Denkste.. Nach elf Stunden unter Anderem durch den Chobe Nationalpark kamen wir endlich in Maun an. Im Endeffekt fand ichs ganz lustig und bei der Durchquerung des Chobe haben wir sogar noch ein paar Büffel gesehen (wieder einen der Big Five abgehakt, yes!). Außerdem überquerte direkt vor uns eine riesige Herde Elefanten die Straße, darunter auch viele Jungtiere. Die Prozedur hat einige Minuten gedauert und war sehr beeindruckend. DSC_1851P1050492P1050215P1050481P1050486P1050498 (2)In Maun hatten wir eine Bootstour gebucht, die ganz schön, aber leider ziemlich teuer war. In kleinen Plastikbooten ging es im Schritttempo zu einer „einsamen Insel“ (die in Wirklichkeit zum Festland gehörte) und wieder zurück. Highlight waren die Nilpferdaugen, die wir aus dem Wasser aufblitzen sahen.DSC_1893DSC02393DSC02394P1050572DSC02409 (3)P1050579P1050517Der nächste Tag führte uns wieder nach Namibia, genauergesagt nach Buitepos. Mit im Schlepptau hatten wir Yael, eine Israelin, deren Bus sie nicht abgeholt hatte. So erfuhren wir noch ein bisschen über das Leben in Israel und noch mehr über die Army in Israel, was sehr interessant war. Am nächsten Tag ging es dann über Windhoek auch schon wieder nach Swakopmund.

Donnerstagmorgen brachten wir Kilian zum Flughafen nach Walvis Bay und Montagmorgen nahm Jannis einen Shuttle nach Windhoek. Ein bisschen schade ist es schon, dass die beiden schon wieder weg sind, denn wir hatten echt eine lustige Zeit zusammen!

(Wie auch beim Kapstadtbeitrag verwende ich übrigens auch Fotos von Jannis und Sophie. Dankie an die beiden 🙂 )